fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Vortrag

Dr. Jutta Wimmler: Amerikanische Drogen und Farbstoffe im Alten Reich – „Unsichtbare“ Produkte von Sklaverei?

VortagendeR Dr. Jutta Wimmler
Tagung 12. Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft Frühe Neuzeit im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands: "Das Meer. Maritime Welten in der Frühen Neuzeit"
Ort Wolfenbüttel
Jahr 2017

Zusammenfassung

In der atlantischen Welt der frühen Neuzeit zirkulierte mehr als Zucker, Sklaven, und Manufakturwaren. Heilmittel und Farbstoffe überquerten ebenfalls das Meer, namentlich von Amerika nach Europa. Dort beeinflussten sie Pharmazie und Textilindustrie – unter anderem wurden „exotische“ Pharmazeutika und Textilien dadurch von Luxus- zu Konsumprodukten. Obwohl es sich bei diesen Waren nicht um klassische Plantagenprodukte handelt, wurden für Anbau, Ernte und Verarbeitung in den Amerikas – insbesondere auf den karibischen Inseln – zunehmend afrikanische Sklaven eingesetzt. Da im 18. Jahrhundert Zucker, Kakao, Kaffee und Baumwolle den Diskurs bestimmten – und dies in der Forschung in vielerlei Hinsicht nach wie vor tun – wurde die Rolle afrikanischer Sklavenarbeit für die „Konsumierbarkeit“ von Heilmitteln und Farbstoffen bisher kaum untersucht. In diesem Beitrag wird die Frage aufgeworfen, welche Rolle Sklavenarbeit für den Handel in amerikanischen Heilmitteln und Farbstoffen gespielt hat, und inwiefern Sklaverei im Diskurs um diese Produkte im Alten Reich präsent war.

Einordnung in die Universitätsstruktur

Fakultät Kulturwissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl Vergleichende Europäische Wirtschafts- und Sozialgeschichte