fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Vortrag

Dr. Falk Flade: - Die Rolle Niederschlesiens im polnischen und osteuropäischen Elektrizitätsnetz

VortagendeR Dr. Falk Flade
Tagung Vierter Kongress Polenforschung. Grenzen im Fluss
Ort Frankfurt/Oder
Jahr 2017

Zusammenfassung

Aufgrund der Grenzverschiebungen nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Regionen geteilt, die zuvor ökonomische Einheiten gebildet hatten. Darüber hinaus hatten die in der Zwischenkriegszeit in Polen entstandenen Pläne für ein nationales Stromnetz die Einbindung ganzer Landstriche im Norden und Westen nicht antizipieren können. Folglich konnten im Zuge der wirtschaftlichen Neuordnung der polnischen Westgebiete die historisch gewachsenen Strukturen nur zeitverzögert ersetzt werden. Insbesondere Teile Niederschlesiens waren im ersten Nachkriegsjahrzehnt weiterhin auf Elektrizitätsimporte angewiesen, um den regionalen Strombedarf zu decken. Erst nach der Inbetriebnahme des Braunkohlekraftwerkes in Turów im Jahre 1962 änderte sich die Situation. Bis dahin hatte sich allerdings bereits eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit etabliert, die seit Mitte der 1950er Jahre immer größere Ausmaße annahm. Ausgehend von einer lokalen Kooperation im deutsch-polnischen Grenzraum entwickelte sich ein System grenzüberschreitender Stromlieferungen zwischen der DDR, Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn. Der Zusammenschluss dieser Stromnetze bildete den Ausgangspunkt für ein internationales Verbundnetz, das seit Mitte der 1960er Jahre den gesamten Ostblock umfasste.

Einordnung in die Universitätsstruktur

Fakultät Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien