fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Forschungsprojekt

Prof. Dr. Ulrich Knefelkamp: Erschließung und Digitalisierung von Marienbibliothek und Kirchenarchiv in der ev. St. Gertraudkirche Frankfurt (Oder)

Projektleitung Prof. Dr. Ulrich Knefelkamp, Hans-Gerd Happel
ProjektmitarbeiterInnen Ilse Tugendheim, Gotthard Kemmether
Lehrstuhl

Zusammenfassung

Seit Mitte der 90erJahre beschäftigt sich die Professur für Mittelalterliche Geschichte Mitteleuropas und regionale Kulturgeschichte unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Dr. Knefelkamp mit der Bestandsgeschichte der Kirchenbibliothek St. Marien, die in der Gertraudenkirche in Franfurt (Oder), nur wenige Meter von der EUV entfernt, in einem abgesicherten und klimaüberwachten Bereich aufbewahrt wird. Der seltene und wertvolle Bestand ist bisher noch nicht professionell erschlossen worden und in der Forschung und Fachwelt nahezu unbekannt. Unter den insgesamt 770 Titeln befinden sich neben Theologica schwerpunktmäßig Brandenburgica und sogar zeitgenössische Lutherdrucke. Der Profana-Bestand setzt sich z.T. aus Nachlässen und Schenkungen von Bürgern und Professoren der Viadrina des 15.-18. Jh. mit interdisziplinären Fachgebieten zusammen, die dem Profil der drei Fakultäten der EUV entsprechen. Hochinteressant dürften darüber hinaus auch akademische Einladungsschriften aus Frankfurt (Oder) sein, die vorwiegend aus dem 17. Jahrhundert stammen. Diese wertvollen Quellen über das akademische Leben der Universitätsstadt im 17. Jahrhundert dürften nahezu einzigartig sein. In geringerer Anzahl sind Leichenpredigten erhalten. Auch hier sind durch das beantragte Projekt Impulse und neue Erkenntnisse nach Auswertung dieser Quellengattung über bedeutende Persönlichkeiten zu erwarten.
Dieser regional bedeutsame Bestand soll nun erstmals in enger Kooperation zwischen dem oben genannten Lehrstuhl und der UB fachgerecht digitalisiert, erschlossen, präsentiert und für Forschung und Lehre sowie die interessierte Öffentlichkeit im Lesesaal der Universitätsbibliothek und über das Internet bequem und einfach zugänglich gemacht werden.
Mit der vorhandenen IT-Infrastruktur der EUV und das bibliothekarische Fachpersonal kann aufgrund vorhandener Erfahrungen mit digitalen Medien und bereits durchgeführten Digitalisierungsprojekten ein termingerechter und reibungsloser Ablauf gewährleistet werden. Der Workflow wird so ausgearbeitet, dass nach der Durchführung von Dublettenkontrollen die Digitalisate in der Europeana (http://www.europeana.eu/portal/), in der Deutschen Digitalen Bibliothek und in weiteren zentralen Verzeichnissen aufgeführt werden. Damit trägt dieses Projekt auch eindeutig zur Erschließung des europäischen Kulturguts bei.
Mit Hilfe der beantragten Geräte wird es möglich sein, im Lesesaal der Universitätsbibliothek genügend Arbeitsplätze auszustatten, um auf die Digitalisate zugreifen zu können.