fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Promotion (Structured doctoral education (Graduate college))

Sophia Prinz: Visualität, Materialität, Affekt. Anschlüsse an Michel Foucault

DoktorandIn Sophia Prinz
Betreuer BetreuerIn Prof. Dr. Andreas Reckwitz
Zeitraum 1. Januar 2008 - 1. Januar 2012
Fakultät Kulturwissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl Professur für Vergleichende Kultursoziologie

Zusammenfassung

Michel Foucault hat stets die Eigenlogik der kulturellen Sichtbarkeiten gegenüber dem Diskurs betont, aber außerhalb seiner Schriften zum Panoptismus und zur bildlichen Repräsentation nie einen systematischen Begriff von Bildlichkeit, Visualität oder visuellen Praktiken entwickelt. Ein solcher Begriff scheint aber deshalb notwendig, um auch visuelle Phänomene, die jenseits des Überwachungs- oder Repräsentationsparadigmas anzusiedeln sind, in ihrer wahrheits- und subjektkonstitutiven Wirkung kultursoziologisch analysieren zu können. So besteht etwa die visuelle Kultur der Moderne nicht nur aus rationalistisch organisierten panoptischen Apparaten, die das Invididuum disziplinieren, sondern ebenso aus ästhetischen Arrangements, die das Subjekt affizieren und zu einer kontemplativen Wahrnehmungspraktik anhalten. An diesen Leerstellen ansetzend, soll herausgearbeitet werden, wie aus Foucaultscher Perspektive der Zusammenhang zwischen den historisch kontingenten Anordnungen von Visualität und den visuellen Praktiken des Subjekts allgemein theoretisch gefasst werden kann. Einige wichtige Dimensionen von visuellen Ordnungen, die Foucault nur andeutet oder ganz vernachlässigt – wie etwa Fragen der Materialität und Medialität, der visuellen Affektivität und der Wahrnehmungsdisposition des Subjekts – können dabei nur in Rekurs auf verwandte Theorien expliziert werden.

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