fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Forschungsprojekt

Prof. Dr. Bartosz Makowicz: Cross Cultural Compliance

Projektleitung Prof. Dr. Bartosz Makowicz
ProjektmitarbeiterInnen Dr. Bartosz Jagura, LL.M.
Time span 04/2014 - 12/2017
Fakultät Juristische Fakultät
Forschungsinstitute und -zentren
Lehrstuhl Lehrstuhl für Polnisches Öffentliches Recht, einschließlich Europa- und Wirtschaftsrecht
Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

Zusammenfassung

Organisationen jeder Art und Größe sind dazu angehalten, die durch ihre Aktivitäten verursachten Risiken von Regelbrüchen entsprechend zu steuern, um geltende Verpflichtungen einzuhalten (Compliance). Viele Beispiele der letzten Zeit, wie etwa die VW-Affäre, Unregelmäßigkeiten bei der Deutschen Bank oder bei MAN, oder aber Schwierigkeiten beim ADAC, der FIFA und anderen Organisationen, haben gezeigt, dass effektive Compliance-Lösungen zwingend notwendig sind. Diese Lösungen werden in der Regel über die Implementierung eines Compliance Management Systems (CMS) umgesetzt. Dabei handelt es sich um Methoden und Verfahren, die von verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen geprägt sind, etwa der Betriebs-, Rechts- oder Kommunikationswissenschaft. Dabei spielen zwei Grenzen in der Compliance-Entwicklung eine besondere Rolle, die auch Gegenstand des Projektes waren. Zum einen wurde bisher nicht erforscht, welche Auswirkung Compliance auf die Grenzverschiebung zwischen dem Staat und der Wirtschaft hat. Zum anderen wurde auch die praktische Fragestellung bisher nicht untersucht, wie CMS in global tätigen Organisationen unter Beachtung der sozialen und kulturellen Unterschiede eingeführt werden können.

Während der dreijährigen Projektlaufzeit wurden mehrere Dissertationsprojekte durchgeführt und mehrere nationale und internationale Fachkongresse unter Beteiligung von Dutzenden Expert/innen und Organisationen aus aller Welt organisiert. Es wurden enge Kooperationsbeziehungen zu polnischen Institutionen und zu einem strategischen Partner in Thailand aufgebaut. Im Zuge des Projektes wurde die nationale wie internationale Visibilität des Themas deutlich erhöht und es konnten weitere namhafte Projektpartner gewonnen werden: Zu erwähnen sind etwa internationale Organisationen wie die OECD, UN oder ASEAN oder aber die Wertpapierbörse in Polen, die über ihre Vertreterinnen und Vertreter bedeutende Beiträge zum Projekt erbracht haben. Die Projektpartner und Forscher/innen haben bei der Gewinnung der Ergebnisse in inter- und intradisziplinärer Weise zusammengearbeitet.

Das Projekt hat mit Bezug auf Grenzproblematiken im Wesentlichen folgendes ergeben: Hinsichtlich der Grenze zwischen Staat und Wirtschaft hat Compliance einen bedeutenden Beitrag geleistet. Bei der Überschreitung staatlicher Grenzen durch global tätige Organisationen sind Compliance-Lösungen möglich, die es gestatten, einheitliche Standards in global agierenden Organisationen unter Beachtung von sozialen und kulturellen Unterschieden in anderen Ländern zu implementieren. So hat Bundesjustizminister Heiko Maas, der die Schirmherrschaft über einen Projektteil übernommen hat, diesen als „Motor für die Compliance-Praxis“ bezeichnet, der „die Debatte nun seit drei Jahren immer wieder neu antreibt“. Das Thema stärkt die Profilschwerpunkte der Universität und des Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION deutlich und ist nicht zuletzt durch seine gelungene Digitalisierungskonzeption (www.compliance-academia.org) national und international erkennbar. Die anschlussfähigen Forschungsergebnisse sind nicht nur von hoher Praxisrelevanz geprägt, sondern werden sicherlich als Grundlage für weitere Forschungsprojekte dienen.

Abstract

In the last few years, compliance management systems (CMS) have done their share in the development of the integrity of enterprises as well as the strengthening of general economy. Originally having started as a reactive measure against cases of corruption, the concept of CMS has since become a broad, value-based idea that saves enterprises from taking compliance risks and that establishes a sustainable culture of compliance to leverage the value of the business. The concept of CMS crosses conventional borders in the following three aspects: 1. Crossing scientific disciplines Only if all scientific disciplines concerning CMS were to be adequately regarded through the crossing of conventional disciplines in an innovative manner, could a substantively distinguished compliance standard be established in an enterprise. In this matter law, business administration, sociology, linguistic and other disciplines have to be regarded closely. 2. Crossing and redefining the relation of State and free economy Usually there is a clear distinction between the State as the regulatory sovereignty and the enterprise as the addressee of such legal norms. Compliance research puts forward innovative concepts that accept the synergy of those two perspectives in order to guarantee the effective implementation of legal norms and values through structures, measures and optimizations in corporations. Compliance thus seeks to combine these allegedly fundamental differences of perspectives and redefines them. 3. Crossing sociological and cultural borders in international business International enterprises are facing the challenge of implementing generally applicable compliance standards in their global structures in order to keep up a common level of compliance. In some countries, this implementation can come up against social, cultural or communicative limiting factors. Cross cultural compliance (CCC) assesses two borders and their solution and redefinition: On the microscopic level, the border between the original culture and the given culture of application and, on the macroscopic level, the border between the desire of the international community for universal legal norms and the general discrepancy between the normative ideal and the reality of application in the given countries.. The focused subject of the project shall lie in the third of the aforementioned aspects, as those sociological and cultural borders are facing drastic changes at the moment, while remained mostly unaffected in scientific researches so far.

Kooperation

Internationales Projekt Ja
Internationales Kooperationsprojekt Prof. Dr. hab. Michał Romanowski (Universität Warschau); Prof. Dr. hab. Wiesław Czyżowicz (Wirtschaftsuniversität Warschau); Henning Glaser (CPG Thammasat University Bangkok)
Kooperationspartner Prof. Dr. Jan C. Joerden; Prof. Dr. Anna Schwarz; Prof. Dr. Nicole Richter; Prof. Dr. Sonja Wüstemann

Publikationen

Monographien

Herausgeberschriften

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