fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Forschungsprojekt

Prof. Dr. Friedel Bolle: Eine experimentelle Untersuchung von Zuordnungsmärkten (Matching Markets)

Projektleitung Prof. Dr. Friedel Bolle, Dr. Philipp Otto
Time span 09/2007 - 11/2011
Fakultät Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl Lehrstuhl für VWL, insb. Wirtschaftstheorie (Mikroökonomie)

Zusammenfassung

Das Forschungsprojekt soll sich mit der Zuordnung von Arbeitern und Arbeitsplätzen, Wohnungen und Mietern, Standorten und Produktions-/Distributionsbetrieben befassen. Unter materialistischen Aspekten, die sicherlich in vielen Gesellschaften den Heiratsmarkt dominieren, ist auch dieser ein Beispiel für unsere Thematik. Die Zuordnung wird als Ergebnis eines Markt-/Verhandlungsprozesses angesehen und nicht als Ergebnis eines administrativen Aktes. (College Admission/Marriage-Problem) Zahlungen zwischen den Akteuren (Lohn, Miete, Kauf, Aussteuer/eheliche Verteilung des gemeinsam erwirtschafteten Produkts) spielen bei dieser Zuordnung die entscheidende Rolle für Allokation und Einkommensverteilung. Die Theorie sagt unter gewissen, recht allgemeinen Bedingungen eine effiziente Zuordnung voraus; Experimente gibt es allerdings keine und Felduntersuchungen sind wegen fehlender Informationen schwierig. Unsere Fragen sind: 1. Effizienz: Gelingt es den Marktakteuren hinsichtlich der von den Experimentatoren vorgegebenen monetären Anreize durch bilaterale Verhandlungen ein (nahezu) effizientes Ergebnis zu erzielen? Welchen Einfluss haben Marktgröße und andere Variable auf die Effizienz? Wird die effiziente Allokation möglicherweise durch Ungleichheitsaversion beeinträchtigt? 2. Dauer: Was bestimmt die Dauer solcher Verhandlungen? In der (makroökonomischen) Arbeitsmarktliteratur finden wir die Beveridge curve (Zusammenhang zwischen Arbeitslosenzahlen und offenen Stellen) bzw. die matching function, die die Anzahl neuer Arbeitsverhältnisse als Funktion von Arbeitslosenzahl und offenen Stellen beschreibt. Diese Kurven beschreiben implizit auch den Suchprozess und die Verhandlungsdauer. Unter Laborbedingungen lassen sich Anreize und Informationen besser variieren als im Feld. Möglicherweise haben unsere Ergebnisse auch Implikationen für die Interpretation dieser Kurven. 3. Verteilung: Wie stark wird die Verteilung (selbst bei effizienter Zuordnung gibt es hier einen oft sogar großen Spielraum) von ungleichen Produktivitäten und von Ungleichgewichten der Marktseiten (Überangebot von Arbeitslosen, Wohnungen, etc.) beeinflusst? 4. Anonymität: Welche Unterschiede finden wir zwischen face-to-face (bei diesem Problem angemessener?) und anonymen Verhandlungen? Vorträge: zum Thema Matching Markets Max Planck Institut für Bildungsforschung Berlin am 16.09.2009 Burgundy Business School am 15. Oktober 2009 ESA (Economic Science Association) - European Meeting in Innsbruck am 18. September 2009 IMEBE (5. International Meeting on Experimental & Behavioral Economics) in Granada am 02. April 2009

Kooperation

Internationales Projekt Nein