fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Promotion (Individual doctorate)

Uwe Müller: Ökonomische Steuerungsinstrumente Im Umweltschutz und ihre Auswirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – eine vergleichende Untersuchung der Steuerbarkeit von Flächenversiegelung und Wassernutzung in Deutschland und den USA

DoktorandIn Uwe Müller
Betreuer BetreuerIn Prof. Dr. Stephan Kudert
Zeitraum 1. April 2007 - 30. April 2010
Fakultät Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl Lehrstuhl für ABWL, insb. Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung

Zusammenfassung

Im Schnittpunkt von Ökonomie, Ökologie und Recht kommt den Umweltzertifikaten eine zentrale Stellung zu. Diese verdanken sie einerseits der Entwicklung der Wirtschaftswissenschaft durch die Errichtung der Institutionenökonomik als neuem Theoriegebäude. Andererseits verdanken die Umweltzertifikate ihren ersten praktischen Einsatz der Idee von John Harkness Dales, zur Steuerung der Belastung von Gewässern handelbare Nutzungsrechte (Zertifikate) zu verwenden. Aktuell existieren verschiedene Handelssysteme mit Umweltzertifikaten zur Steuerung von Bodenversiegelung sowie der Quantität und Qualität der Gewässer auf lokaler und regionaler Ebene in den USA. In Deutschland sind Steuerungssysteme für die Umweltmedien Boden und Wasser bisher lediglich in der wissenschaftlichen Diskussion anzutreffen. Zur angestrebten Konstruktion eines eigenen praxistauglichen Steuerungsmodells auf der Basis von Umweltzertifikaten bietet sich daher die vergleichende Analyse der existierenden Steuerungssysteme in den USA an. Dazu ist zunächst auf der Basis der Steuerungsinstrumente in den USA ein allgemeines Steuerungsmodell zu erstel-len. Aus den in Deutschland diskutierten ökonomischen Steuerungsinstrumenten für Boden und Wasser soll in einem zweiten Schritt ein allgemeines Grundmodell erstellt werden. Dabei kann das europaweit implementierte Handelssystem von Emissionszertifikaten für das Medium Luft als Leitbild dienen. Darauf aufbauend ist die konstruktive Ausgestaltung der Steuerungsinstrumente vorzunehmen. Hier sind auch die europarechtlichen und verfassungsrechtlichen Vorgaben im Rahmen einer umfassenden rechtlichen Bewertung zu beachten. Abschließend erfolgt die Zusammenfügung beider Teilmodelle zu einem konkreten Steuerungsmodell für Boden und Wasser unter Einbeziehung der Bedürfnisse der KMU. Insoweit kann durch die Ausrichtung des Steuerungsinstruments auf die ökonomischen Bedürfnisse der KMU ein wirksamer Beitrag zum angestrebten und notwendigen Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie geleistet werden.