fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Promotion (Structured doctoral education (Graduate college))

Johannes Scheu: Vom Elend zur Klasse, von der Ungleichheit zur Exklusion. Soziologische Theoretisierungsversuche im historischen Vergleich

DoktorandIn Johannes Scheu
Betreuer BetreuerIn Prof. Dr. Andreas Reckwitz
Zeitraum 1. Januar 2008 - 1. Januar 2012
Fakultät Kulturwissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl Professur für Vergleichende Kultursoziologie

Zusammenfassung

In sozialwissenschaftlichen Theorien verschiedenster Couleur häufen sich gegen Ende des 20. Jahrhunderts Versuche, das Verständnis von Ungleichheit als "defizitäre Integration" aufzugeben und als "umfassende Desintegration" zu reformulieren: Versuche eines idiomatic shifts, der im zunehmenden Rekurrieren auf den Begriff der "Exklusion" sein wenngleich nicht einziges, so doch prominentestes Beispiel findet. Mit Blick auf die Geschichte soziologischer Theorie ist ein solcher idiomatic shift bei Weitem jedoch kein Einzelfall. Vielmehr spiegeln sich in der Chronik soziologischer Theoretisierungsversuche des Elends vielgestaltige Konflikt- und Bruchlinien wider, die allesamt unter dem – seitens neuerer Ausgrenzungstheorien sowohl aufgestellten wie auch verworfenen – Diktum einer implizit holistischen Gesellschaftskonzeption zu subsumieren unmöglich ist. In einer vergleichenden Analyse der sich neu konstituierenden Soziologie in der Mitte des 19. Jahrhunderts, der vom Aufschwung geprägten Nachkriegssoziologie sowie der sich im Übergang zum neuen Jahrtausend ausbildenden "Soziologie der Exklusion" versucht das Promotionsprojekt jene konfligierende Chronik von Anschluss-, Abgrenzungs- und Reaktualisierungsdiskursen, vom Aufkommen und Absterben neuer Leitmotive in den Blick zu nehmen.

Siehe auch Forschungsgruppe Idiome der Gesellschaftsanalyse

Finanzierung

Drittmittelgeber Sonstiges
Finanzierungsart