fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Forschungsprojekt

Prof. Dr. Andrea Hausmann: Kulturtourismus 2.0: Digitale Strategien für grenzregionales Kulturerbe

Projektleitung Prof. Dr. Andrea Hausmann
ProjektmitarbeiterInnen Neda Nouri-Fritsche
Time span 01/2015 - 12/2015
Fakultät Kulturwissenschaftliche Fakultät
Forschungsinstitute und -zentren
Lehrstuhl Professur für Kulturmanagement
Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

Zusammenfassung

Tourismus gilt global als wichtiger Wirtschaftsfaktor, der zu Wachstum, Einkommen und Beschäftigung beiträgt. Im Jahr 2013 haben weltweit mehr als eine Milliarde Menschen eine touristische Reise ins Ausland unternommen. Damit ist die Zahl der Auslandstouristen seit 1950 um das Vierzigfache gestiegen. Innerhalb der verschiedenen Teilmärkte des Tourismus zählt der Kulturtourismus mit zu den wichtigsten und am schnellsten wachsenden Segmenten. Seit dem Jahr 2000 stieg allein die Zahl der Kulturreisen der Europäer laut World Travel Monitor (WTM) um rund 30 Prozent. Kulturtourismus verfügt neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung über eine wichtige politische Rolle. Kulturtourismus fördert regionale Entwicklungen und die Bildung einer gemeinsamen Identität, ein Aspekt, der insbesondere auch in europäischen Grenzregionen von Bedeutung ist.

Denn unabhängig von Grenzziehungen gründet die Gemeinschaft der Europäer auf einem gemeinsamen kulturellen Erbe. Kulturtouristen sind in diesem Kontext Menschen, die durch ihre nicht grenzgebundenen Erkundungen aktiv am Prozess der grenzüberschreitenden Identitätsbildung teilhaben und ihn voran treiben können. Mit Blick auf andere Segmente der Tourismus- und Hospitalityindustrie zeigt sich dabei, dass die Erschließung und Bearbeitung touristischer Zielgruppen zunehmend mehr auf Basis web-basierter Technologien erfolgt. Social Media und andere Anwendungen, wie z.B. Mobile Apps, Digital Storytelling, QR Codes, Augmented Reality oder Geocaching, werden eingesetzt, um Nachfragern mehr Informationen und Service zu bieten, Möglichkeiten zur Partizipation zu schaffen, die Accessibility von Destinationen zu erhöhen und sich insgesamt mehr an den veränderten Bedürfnissen und Rezeptionsgewohnheiten von Kunden auszurichten. Es ist Projektziel, diese Möglichkeiten digitaler Strategien und des Einsatzes neuer Medien für die Festigung europäischer Identität im Rahmen kulturtouristischer Aktivitäten und der Erschließung, Verortung und Entgrenzung mittel- und osteuropäischen Kulturerbes auszuloten.

Abstract

Tourism is globally considered to be an important economic factor contributing to growth, income, and employment. In 2013, more than one billion people worldwide took a tourist trip abroad. Thus, the number of tourists traveling abroad has increased 40-fold since 1950. Among the various submarkets of tourism, cultural tourism is one of the most important and fastest-growing segments. Since 2000 the number of cultural trips taken by Europeans alone has risen by approximately 30 percent, according to the World Travel Monitor (WTM). Besides its economic importance, cultural tourism plays an important political role. Cultural tourism supports regional developments and the formation of a common identity, an aspect which is relevant particularly in European border regions. After all, independently of any borders drawn, the community of Europeans is based on a common cultural heritage. Cultural tourists in this context are people who through their explorations, which are not restricted by borders, participate actively in the process of transboundary identity formation and can advance this process. With a view to other segments of the tourism and hospitality industry, it is apparent that touristic target groups are increasingly accessed and served using web-based technologies. Social media and other applications, e.g., mobile apps, digital storytelling, QR codes, augmented reality, or geocaching, are employed to provide more information and services, to create opportunities for participation, to enhance the accessibility of destinations, and to become better aligned with customers' changed needs and reception habits. The goal of the project is to explore these opportunities of digital strategies and the use of new media to consolidate European identity within the framework of cultural touristic activities and of accessing and locating the Central and Eastern European cultural heritage as well as dissolving its borders.

Kooperation

Internationales Projekt Nein