fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Forschungsprojekt

Dr. Peter Rosenberg: Sprachvariation in Norddeutschland: Teilprojekt 1: Areale Differenzen in Situalekten und Sprachlagenspektren

Projektleitung Dr. Peter Rosenberg, Michael Elmentaler
Time span 03/2008 - 03/2012
Fakultät Kulturwissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl Professur für Sprachgebrauch und Sprachvergleich

Zusammenfassung

Ziel des Gesamtprojekts ist die Analyse des variativen Sprachspektrums zwischen hochdeutscher Standardsprache und niederdeutschen Dialekten als Ergebnis eines kontaktinduzierten Sprachwandels im gesamten norddeutschen Raum. Dabei werden regionale und lokale Sprachlagenschichtungen ermittelt und in Hinblick auf situative Verwendungskontexte beschrieben. Nach Abschluss der ersten Projektphase (Erhebung und Transkription) im Februar 2010 wird das Materialkorpus gesprochener Sprache aus verschiedenen, im Formalitätsgrad abgestuften Redekontexten (freies Erzählen, Familiengespräch, sprachbiografisches Interview) sowie mit den Ergebnissen mehrerer standardisierter Erhebungen und Tests (Übersetzung in den Ortsdialekt, Vorlesesituation, Salienztest, Situativitätstest, Normativitätstest, Arealitätstest) vollständig vorliegen. Es wird in der zweiten Projektphase unter drei verschiedenen, dabei konstitutiv miteinander verknüpften Aspekten analysiert: (1) Areale Differenzen in Situalekten und Sprachlagenspektren (Elmentaler/Rosenberg), (2) Individuelle Aspekte der Sprachvariation: Sprachlagen und Sprachbewegungen (Macha/Schröder), (3) Spracherfahrungen, Sprachwissen, Spracheinstellungen. Untersuchungen zu den erhobenen Metadaten (Gessinger/Wirrer). Ziel des in Kiel und Frankfurt (Oder) bearbeitetenTeilprojekts 1 ist der areale Vergleich der in den 18 Untersuchungsregionen erhobenen Situalekte, bezogen auf einzelne Variablen, Sprechlagen und Sprechlagenspektren. Grundlage bildet das gesamte primärsprachliche Datenmaterial aller 144 Gewährspersonen aus dem norddeutschen Raum. Anhand von Stichproben aus den fünf Sprechsituationen werden zwei Aspekte des aktuell ablaufenden Sprachwandels im norddeutschen Raum in Form eines synchronen Schnitts in den Blick genommen. Einerseits werden die hochdeutsch basierten ("umgangssprachlichen") Stichproben daraufhin untersucht, welche dialektal basierten Interferenzen sie enthalten. Auf der anderen Seite wird an den niederdeutsch basierten Stichproben untersucht, inwieweit und in welchen Systembereichen hier bereits Konvergenzen in Richtung auf die hochdeutsche Standardsprache festzustellen sind. Die beiden Teilprojekt-Standorte Frankfurt und Kiel arbeiten in allen Arbeitsschritten eng zusammen.

Bisher erschienen: Elmentaler, Michael, Rosenberg, Peter (2015): Norddeutscher Sprachatlas (NOSA). Bd. 1: Regio­lektale Sprachlagen. (= Deutsche Dialektgeographie – Sprachvariation in Norddeutsch­land. 113.1) Hildesheim usw.: Olms.

Finanzierung

Drittmittelgeber DFG
Finanzierungsart Third-party funding (100%)
Total Volume 300.000
Anteil der Viadrina Anteil der Viadrina 238.000

Kooperation

Internationales Projekt Nein
Kooperationspartner Universität Potsdam:Prof. Dr. Joachim Gessinger Universität Münster:Prof. Dr. Jürgen Macha (†) Universität Hamburg:Prof. Dr. Ingrid Schröder Universität Bielefeld:Prof. Dr. Jan Wirrer

Publikationen