fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Forschungsprojekt

Prof. Dr. Werner Benecke: Grenzen in den Erinnerungen - Grenzen der Erinnerungen. Borders als europäischer Erinnerungsort

Projektleitung Prof. Dr. Werner Benecke, Dr. habil. Thomas Serrier, Université Paris 8 / Gastprofessor an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Claudia Weber, Professur für Europäische Zeitgeschichte
ProjektmitarbeiterInnen Mike Plitt, Projektkoordination, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Time span 04/2014 - 12/2015
Fakultät Kulturwissenschaftliche Fakultät
Forschungsinstitute und -zentren
Lehrstuhl Professur für Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas
Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

Zusammenfassung

„Die Geschichte Europas ist die seiner Grenzen" (Krzysztof Pomian).

Das Verschwinden von Grenzen durch die Auflösung politischer und gesellschaftlicher Ordnungen, durch neue Grenzziehungen oder Umfunktionierungen bestehender Grenzen, sowie andererseits auch die Dauerhaftigkeit (durability) von Grenzen, die sich in verschiedenen, materiellen, kulturellen, sozialen bzw. habituellen Formen von „Phantomgrenzen" niederschlagen, legen eine Beschäftigung mit der Thematik der Grenze aus der Perspektive der nach wie vor boomenden Erinnerungsforschung nahe.

Im Projekt „Grenzen in den Erinnerungen / Grenzen der Erinnerungen. Borders als europäischer Erinnerungsort" soll(en) deshalb die Grenze(n) als zentrales Merkmal europäischer Geschichte einer breit angelegten, per se mehrdisziplinären kulturellen Erinnerungsforschung unterzogen werden, die mit einem geschärften Blick für die multiplexen Verflechtungen einer gesamteuropäischen „histoire croisée" operiert. Die Mehrdeutigkeit des Projekttitels „Grenzen in den Erinnerungen / Grenzen der Erinnerungen. Borders als europäischer Erinnerungsort" ist von daher Programm: Bei der Erforschung von Grenze(n) als Gegenstand kollektiver Erinnerung - insbesondere in deren europäischen Dimensionen - gilt es, die Grenzen zwischen den sprachlich, politisch und/oder sozial definierten Erinnerungskulturen einzubeziehen. Somit wird die Begrenztheit der Erinnerungskollektive einen zentralen Punkt bilden.

Über die Mehrsprachigkeit und Mehrperspektivität hinaus kennzeichnet sich das Vorhaben durch eine programmatische Berücksichtigung mehrerer, sich ergänzender Ebenen der Analyse. Das Projekt soll offen sein, zum einen für eine Suche nach der Grenze als einem europäischen Erinnerungsort. Zum anderen sollen regionalgeschichtliche Fallstudien mit Fokus auf den Raum Frankfurt/Słubice in ihm Platz finden. Darüber hinaus erscheint die biographische Dimension der Erinnerung an Grenzen, etwa anhand von Grenzgänger-Biographien, ebenfalls sinnvoll.

Abstract

"Europe's history is the history of its borders" (Krzysztof Pomian) The disappearance of borders by the disbanding of political and social orders, the drawing of new boundaries or the remodeling of existent borders as well as the durability of borders that find expression in different material, cultural, social and habitual forms of "phantom borders" suggest an occupation with the border topic from the perspective of the still booming memory studies. In the project "Borders in memories / borders of memories. Borders as a European place of remembrance", border(s) as a central feature of European history is (are) supposed to be the subject of wide-ranging, per se multidisciplinary cultural memory studies that operate with a keen eye for the multiplex interconnections of a pan-European "histoire croisée". The ambiguity of the project's title "Borders in memories / borders of memories. Borders as a European place of remembrance" reflects therefore its program: During the investigation of border(s) as a subject of collective memory – particularly in its European dimension – it is necessary to include the borders between the linguistically, politically and/or socially defined cultures of memory. Consequently, the limitedness of memory-based communities will be a central point in our research. Beyond multilingualism and multiperspectivity, the purpose is characterized by a programmatic consideration of several complementary levels of analysis. The project is supposed to be open, on the one hand for research on borders as a European place of remembrance. On the other hand, it encourages regional historical case studies with a focus on the area Frankfurt/Słubice. Moreover, the biographic dimension of the memory of borders, for instance on the basis of biographies of border crossers, appears to be meaningful as well.

Kooperation

Internationales Projekt Nein
Kooperationspartner Prof. Dr. Etienne François (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften); Dr. Béatrice von Hirschhausen (Centre Marc Bloch - Deutsch-französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften Berlin / Leiterin des Kompetenznetzes „Phantomgrenzen in Ostmitteleuropa" (BMBF))