fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Forschungsprojekt

Prof. Dr. Beata Halicka: Die Gemeinschaft des Grenzlandes? Zu Problemen der Identifikation mit der Region durch polnische und deutsche Bewohner des Oderraumes nach 1945

Projektleitung Prof. Dr. Beata Halicka
ProjektmitarbeiterInnen Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach
Time span 04/2014 - 03/2015
Fakultät Collegium Polonicum
Forschungsinstitute und -zentren
Lehrstuhl Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION

Zusammenfassung

Die Grenze auf der Oder und Neiße ist (fast) siebzig Jahre jung. Auf beiden Seiten der Oder kam es nach 1945 infolge erzwungener Migrationen zu einem entscheidenden Bevölkerungswechsel. Die daraus entstandenen Gesellschaften bildeten neue politisch-rechtliche, soziale und kulturelle Ordnungen, die durch die zum Teil dichte Grenze voneinander getrennt waren. Die räumliche Grenze hinderte die Menschen jedoch nicht daran, Strategien zu entwickeln, um die Grenze durch soziale Kontakte und kulturellen Austausch zu umgehen. Das Ziel des Projektes ist es, zu untersuchen, wie die nachbarschaftlichen Beziehungen sich gestalteten und wie die Kontakte über die Grenze hinweg die Identifikation der Bewohner mit der Region auf beiden Seiten der Oder beeinflussten. Zentral sind dabei die Fragen: Was ist identitätsstiftend und wie wird Identität konstruiert? Ihre Erforschung soll aus kulturwissenschaftlicher, historischer und soziologischer Perspektive erfolgen und als Grundlage zur Entwicklung eines Modells für vergleichende Studien zu anderen Grenzregionen (z.B. zur polnisch-ukrainischen, polnisch-russischen, deutsch-tschechischen, aber auch zur amerikanisch-mexikanischen oder süd- und nordkoreanischen) dienen.

Angestrebt ist die Entwicklung eines Drittmittelantrages und die Bildung einer interdisziplinären Forschungsgruppe, die aus Teilprojekten besteht und jeweils an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und der Adam Mickiewicz Universität mit Sitz am Deutsch-Polnischen Forschungsinstitut im Collegium Polonicum in Słubice angesiedelt wird. Im Rahmen des Projektes sind für 2014 eine Konferenz sowie ein Workshop für die Projektpartner vorgesehen.

Abstract

The border along the rivers Odra and Neisse has existed for nearly seventy years. As a result of forced migration, significant changes in the social structure occurred on both sides of the Odra after 1945. The newly emerging border society had to face rapid and profound political, social and cultural changes and eventually was separated by a partly impermeable boundary. However, it was not a barrier that hindered people from social networking and cultural exchange. The aim of the project is to examine how cross-neighborly relations finally developed and how they affected the identity building of communities within the region on both sides of the Odra. A decisive question will be: Which factors affect the process of forming/creating identity and how is identity constructed? The project brings together scientists in the fields of cultural studies, history and sociology in order to provide answers to these and further questions. This interdisciplinary approach may also serve as a methodological model for border studies focusing on other regions (for example studies on the Polish-Ukrainian, the Polish-Russian, the German-Czech, and also the US-Mexican or South-North Korean border regions). While this project is meant to prepare an application for research funding, it will also lay the foundations for an interdisciplinary research group uniting scientists from the EUV and the UAM, all working in the framework of several sub-projects. This research group is based at the Polish-German Research Institute under the roof of the Collegium Polonicum in Słubice. A conference and various workshops in cooperation with our project partners are projected in 2014.

Kooperation

Internationales Projekt Ja
Internationales Kooperationsprojekt Prof. Dr. Jan M. Piskorski (Institut für Geschichte an der Universität Szczecin); Dr. Paweł Migdalski (Institut für Geschichte an der Universität Szczecin)
Kooperationspartner Dr. Ira Spieker (Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., Dresden)