fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Projekt

Prof. Dr. Stephan Kudert: Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Investitionen in der Ukraine

Projektleitung Prof. Dr. Stephan Kudert
ProjektmitarbeiterInnen Serhiy Nikolaychuk
Time span 03/2003 - 05/2006
Fakultät Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl Lehrstuhl für ABWL, insb. Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung

Zusammenfassung

Das Forschungskolleg Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Investitionen in der Ukraine soll sich mit den institutionellen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Direktinvestitionen in der Ukraine beschäftigen. So sind etwa die Importe und Exporte sowie das Bruttoinlandsprodukt (jeweils pro Einwohner) bislang erheblich geringer als in Polen und im Vergleich zu Deutschland verschwindend gering. Das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre war negativ. Welche rechtlichen Regelungen den notwendigen Transformationsprozess bislang behindern bzw. erforderlich sind, um diesen nachhaltig in Gang zu setzen, soll im Rahmen des Forschungskollegs untersucht werden. Da die Einbindung in die Weltwirtschaft für den wirtschaftlichen Aufschwung der Ukraine offensichtlich erforderlich ist, soll der Schwerpunkt der Untersuchungen auf den Direktinvestitionen aus der Europäischen Union bzw. Polen in diese Region liegen. Denn wenn die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die erhebliche wirtschaftliche Verflechtungen mit der Europäischen Union ermöglichen, darf unterstellt werden, dass auch die bislang in den Anfängen steckende demokratische Rechtsstruktur gestärkt wird. Allerdings stellt die bisherige politische Instabilität und die damit einhergehende fehlende Rechtssicherheit immer noch ein erhebliches Investitionsrisiko dar. Ob und in welcher Form die erste Tranche einer EU-Erweiterung zu einer wirtschaftlichen, rechtlichen und demokratischen Stabilisierung über die Grenzen der EU hinaus auch in Richtung der Ukraine beitragen kann, das soll im Rahmen des beantragten Projektes analysiert werden.Die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger in der Ukraine haben bei der Flankierung des Reformprozesses bislang einen Weg verfolgt, der das grundsätzlich reiche Land von den ökonomischen Erfolgen der mitteleuropäischen Tigerstaaten abgekoppelt hat und auf einem wirtschaftlichen Niveau verharren lässt, das eher dem von Weißrussland entspricht. In einer ersten Annäherung sei die Hypothese gewagt, dass der unklare Zickzackkurs zwischen neoliberalen Wirtschaftselementen und postsozialistischer Planwirtschaft, flankiert von einer halbherzigen Demokratisierung ursächlich sind. Das Forschungskolleg Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Investitionen in der Ukraine wird die Analyse dieser wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Transformationsprozesses daher auch in den historischen und kulturellen Kontext des Landes zu stellen haben.Um aber das Kolleg nicht zu einem von Leitlinien freien Konglomerat interdisziplinärer Internationalität degenerieren zu lassen, soll es sich wissenschaftlich an der Tradition einer im Sinne Heinens entscheidungsorientierten praktisch-normativen Wissenschaft ausrichten. Somit stellt die Analyse der wirtschaftlichen und rechtlichen Realität einen ersten Schritt dar, um darauf aufbauend konkrete Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger ableiten zu können. Dabei stellen die Handlungsempfehlungen an staatliche Entscheidungsträger zur Generierung von Fortschritten im Transformationsprozess und solche an einzelne Wirtschaftssubjekte Kuppelprozesse dar, die sich nicht wirklich isoliert betrachten lassen. Eine allein einzelwirtschaftliche Analyse würde daher auch zu kurz greifen. Die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus der Rechtswissenschaft, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre ist somit aus unserer Sicht unerlässlich.

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