fdb – Forschungsdatenbank der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Forschungsergebnis (Artikel (Sammelband))

Hans Bechtolf: Crowdsourcing - Eine arbeitsrechtliche Verortung

Zusammenfassung

Der Beitrag untersucht, wie das Phänomen Crowdsourcing nach derzeitiger Rechtslage erfasst werden kann. Dabei zeigt sich, dass die Instrumente und Mechanismen des Arbeitsrechts nur bedingt auf die neuen Erscheinungsformen von Arbeit übertragen werden können. Die rechtliche Qualifizierung muss meist anhand des Einzelfalls erfolgen und birgt für alle Beteiligten ein großes Potential an Rechtsunsicherheit. Oft ist unklar, was für eine Vertragskonstellation vorliegt, insbesondere ob die Crowdworker als arbeitnehmerähnliche Personen zu werten sind oder nicht. Die Schutzvorschriften für arbeitnehmerähnliche Personen oder Heimarbeiter würden das Crowdsourcing in seiner jetzigen Form unmöglich machen. Der Forderung von einigen Stimmen aus der Rechtwissenschaft, das HAG zu novellieren, schließen sich die Autoren nicht an. Sie sind der Ansicht, dass ein gesetzgeberisches Handeln zu diesem Zeitpunkt übereilt wäre, da es an belastbaren Studien fehlt, die einen Legislativakt rechtfertigen können. Die aktuelle rechtswissenschaftliche Diskussion erfolgt zunehmend einseitig und die vorgeschlagenen Lösungswege sind nicht zwingend mit den Bedürfnissen der Crowdworker vereinbar.

Autor Hans Bechtolf
Titel des Aufsatzes Crowdsourcing - Eine arbeitsrechtliche Verortung
Verlag Springer Fachmedien
Jahr 2018
Herausgeber Tobias Redlich, Manuel Moritz, Jens P. Wulfsberg
Titel der Herausgeberschrift Interdisziplinäre Perspektiven zur Zukunft der Wertschöpfung
Seiten 255-269

Einordnung in die Universitätsstruktur

Fakultät Juristische Fakultät
Lehrstuhl Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Europäisches und Deutsches Arbeitsrecht, Zivilverfahrensrecht

Bibliographische Angabe

Hans Bechtolf: Crowdsourcing - Eine arbeitsrechtliche Verortung. In: Tobias Redlich, Manuel Moritz, Jens P. Wulfsberg (Hg.): Interdisziplinäre Perspektiven zur Zukunft der Wertschöpfung. Wiesbaden: Springer Fachmedien 2018, S. 255-269.